Sudan: Richter weist Anklage wegen Apostasie gegen 4 vom Tode bedrohte Christen zurück

Ein sudanesisches Gericht hat die Anklage wegen Apostasie gegen vier zum Christentum konvertierte ehemalige Muslime abgewiesen und daran erinnert, dass Apostasie im Sudan nicht mehr als Verbrechen angesehen wird. 

Morgenstern-Nachrichten berichtet, dass Richter Ibrahim Hamza am 8. September die Anklagen wegen Apostasie gegen vier Christen abgewiesen hat. Nach Christliche Solidarität weltweit (CSW) hatte der Staatsanwalt während ihrer Haft den vier Männern, ehemaligen muslimischen Konvertiten, befohlen, ihrem Glauben abzuschwören, auf die Gefahr hin, zur Todesstrafe verurteilt zu werden.

Wie Herr Hamza jedoch in seinem Urteil erinnerte, wird Apostasie im Sudan seit 2020 nicht mehr als Verbrechen angesehen.

Bader el Dean Haroon Abdel Jabaar, sein Bruder Mohammad Haroon Abdel Jabaar, Tariq Adam Abdalla und Morthada Ismail waren von der Polizei am 28. Juni festgenommen während sie in der Baptistenkirche in Zalingei im Westsudan in Darfur waren.

Sie wurden jedoch nach Artikel 126 des sudanesischen Strafgesetzbuchs von 1991 wegen Apostasie angeklagt 2020 aufgehoben nach dem Sturz der Diktatur von Omar al-Bashir drohte den „Ungläubigen“ dann die Todesstrafe.

Die Christen wurden mehrere Tage festgehalten, bevor sie am 5. Juli gegen Kaution freigelassen wurden. Berichten zufolge beschlagnahmte die Polizei auch ihre Bibeln und ein Audiosystem der Kirche, das durchwühlt wurde.

Der Sudan belegt den 13. Platz in der RanglisteGlobaler Index der Christenverfolgung 2022 der NGO Portes Ouvertes, gibt die Organisation an, dass der Militärputsch im Oktober 2021 „das Land wieder in eine Zeit der Unruhe gestürzt“ habe. Eine Situation, die laut NGO verheerende Folgen für Christen haben könnte.

CSW-Gründungspräsident Mervyn Thomas sagt, dass er zwar die Freilassung der Männer begrüße, aber weiterhin „über die sich verschlechternde Sicherheits- und Menschenrechtslage im Sudan“ besorgt sei. Er fordert die internationale Gemeinschaft zum Eingreifen auf.

„Berichte von der Kirche in Zentral-Darfur, dass eine Wiedereröffnung für sie nicht sicher ist, zusammen mit Berichten von anderen Kirchen, die letztes Jahr geschlossen wurden, zeigen deutlich, dass die Religions- oder Überzeugungsfreiheit ernsthaft bedroht ist. Wir fordern die internationale Gemeinschaft auf, diese Fälle dringend direkt bei den sudanesischen Militärführern zur Sprache zu bringen. »

Camille Westphal Perrier

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