In Eritrea ist Kiflu Gebremeskel, ein Christ, seit fast 20 Jahren inhaftiert

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Im kommenden Mai ist es 20 Jahre her, dass Kiflu Gebremeskel wegen seines Glaubens in Eritrea im Gefängnis saß. Der am 23. Mai 2004 verhaftete und seitdem unter harten Bedingungen inhaftierte Pfarrer wurde nie vor Gericht gestellt. 

Während ihrer jährlichen Pressekonferenz zur Vorstellung ihres Global Christian Persecution Index 2024 am Dienstag, dem 16. Januar, konzentrierte sich die NGO Portes Ouvertes auf die Situation zweier Christen, die wegen ihres Glaubens inhaftiert waren. 

Der erste Leah Sharibu, 2018 von Boko Haram entführt, ist der breiten Öffentlichkeit gut bekannt. Das junge Mädchen feierte dieses Jahr in Haft ihren 20. Geburtstag. Sie wurde im Alter von 14 Jahren aus ihrer Schule in Nigeria entführt und weigerte sich, zum Islam zu konvertieren. Der zweite ist weniger bekannt, aber seine Geschichte ist ebenso tragisch. Das ist Kiflu Gebremeskel, Pastor der Full Gospel Church in Eritrea. Genau wie Leah sitzt er noch heute hinter Gittern, und das schon seit fast 20 Jahren. 

Der promovierte Mathematiker der University of Chicago war Professor an der University of Asmara, bis er sich 1999 entschied, Vollzeitpastor zu werden. Mit seiner Frau Elsa haben sie vier Kinder, drei Söhne und ein Mädchen. Seit seiner Verhaftung im Jahr 2004 hat er seine Familie nicht mehr gesehen.

Tag der offenen Tür berichtet, dass der Pfarrer, der auch Präsident der Eritreischen Evangelischen Allianz und verantwortlich für ein Netzwerk von 150 Hauskirchen ist, am 23. Mai 2004 um 5 Uhr morgens in Asmara in seinem Haus festgenommen wurde. Fast 20 Jahre später wurde ihm immer noch kein Prozess gemacht. Ihren Quellen zufolge wird Kiflu, der unter „herausfordernden Bedingungen“ inhaftiert ist, häufig ins Krankenhaus eingeliefert, weil er „an Bluthochdruck und Diabetes leidet, die mit dem Stress seiner Haft verbunden sind“. 

Die NGO gibt außerdem an, dass ihre Kirche im Land immer noch verboten ist und ihre Mitglieder gezwungen sind, sich zu verstecken. 

Eritrea belegt den 4. PlatzWeltindex der Christenverfolgung 2024 Offene Türen. Die Organisation gibt an, dass sie „als eines der repressivsten Länder der Welt gilt“ und dass „evangelikale protestantische Kirchen besonders im Visier der Regierung stehen“.

Camille Westphal Perrier

Bildnachweis: Offene Türen

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