Iran: 60-jährige Christin wegen ihres Glaubens inhaftiert

Iran: 60-jährige Christin wegen ihres Glaubens inhaftiert

Mina Khajavi, eine zum Christentum konvertierte Iranerin, wurde wegen ihres Glaubens zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Ihr wird vorgeworfen, durch die Förderung des „zionistischen“ Christentums die nationale Sicherheit zu gefährden.

Im Jahr 2020 wurde Mina Khajavi, eine Sechzigjährige, die kürzlich zum Christentum konvertiert war, von iranischen Gerichten zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie „durch die Förderung des ‚zionistischen‘ Christentums gegen die nationale Sicherheit gehandelt“ habe Christen Heute.

Während seines Prozesses wurden auch zwei weitere Christen verurteilt. Dabei handelt es sich um Malihe Nazari, eine ebenfalls kürzlich konvertierte Christin, die zu einer ähnlichen Strafe verurteilt wurde, und um den iranisch-armenischen Pfarrer Joseph Shahbazian, der eine härtere Strafe von zehn Jahren erhielt. Die beiden letztgenannten verbüßten ihre Haftstrafen einige Monate später, während der Sechzigjährige aufgrund gesundheitlicher Probleme von einer vorübergehenden Strafmilderung profitierte.

Christian Today berichtet, dass der Christ trotz anhaltender körperlicher Probleme, insbesondere eines gebrochenen Knöchels, der nur langsam heilt, und Arthritis, am 3. Januar angewiesen wurde, sich innerhalb von fünf Tagen im Evin-Gefängnis zu melden, um seine Strafe zu verbüßen.

Die beiden anderen Christen, die wegen ähnlicher Anschuldigungen verurteilt wurden, wurden jedoch inzwischen freigelassen. Der Pfarrer erhielt im September 2023 mangels Beweisen nach einem Berufungsurteil eine vollständige Begnadigung. Malihe Nazari wurde 2023 aufgrund des sich verschlechternden Gesundheitszustands ihres an Leukämie erkrankten Sohnes freigelassen.

In diesem Zusammenhang fordern Aktivisten die vollständige und sofortige Aufhebung des Urteils gegen Mina Khajavi. Sie prangern das Unrecht an, das ihr allein aufgrund ihres christlichen Glaubens widerfahren ist. Sie fordern die iranische Regierung außerdem auf, die Belästigung der christlichen Gemeinschaft des Landes einzustellen. Im November 2021 hatte der Oberste Gerichtshof entschieden, dass „die Förderung des Christentums und die Gründung einer Hauskirche nicht gesetzlich strafbar sind“ und nicht als Bedrohung der nationalen Sicherheit angesehen werden sollten. Eine Entscheidung, die ihrer Meinung nach einen Präzedenzfall zugunsten von Mina Khajavi schaffen sollte.

Iran belegt den 8. PlatzGlobaler Index der Christenverfolgung der NGO Portes Ouvertes was darauf hindeutet, dass Christen aufgrund „eines sehr vagen Straftextes anfällig für falsche Anschuldigungen“ sind.

Camille Westphal Perrier

Bildnachweis: Shutterstock / Borna_Mirahmadian

In der Rubrik Verfolgung >



Aktuelle Nachrichten >