Washington setzt Aserbaidschan auf die Beobachtungsliste für Religionsfreiheit

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Die Vereinigten Staaten haben Aserbaidschan am Donnerstag auf ihre Beobachtungsliste für Angriffe auf die Religionsfreiheit gesetzt, aus Angst um das christliche Erbe von Berg-Karabach, einem umstrittenen Gebiet, über das Baku im vergangenen September wieder die Kontrolle erlangte.

Der amerikanische Außenminister Antony Blinken veröffentlichte die jährliche schwarze Liste der Vereinigten Staaten zu Angriffen auf die Religionsfreiheit, auf der die zwölf in der vorherigen Liste aufgeführten Länder geführt wurden, darunter China, Iran, Pakistan und Saudi-Arabien.

Die einzige Änderung besteht darin, dass Aserbaidschan der Beobachtungsliste beitritt. Das heißt, wenn es keine Verbesserungen gibt, wird das Land irgendwann auf die schwarze Liste gesetzt und möglichen Sanktionen ausgesetzt sein. 

Aserbaidschan, ein an Kohlenwasserstoffen reiches Land und häufiger Partner Washingtons, eroberte im vergangenen September Berg-Karabach während einer Blitzoffensive und führte zur Flucht fast der gesamten armenischen Bevölkerung aus diesem umstrittenen Gebiet.

In einer aktuellen Empfehlung an das Außenministerium äußerte die US-Kommission für internationale Religionsfreiheit Bedenken hinsichtlich der Erhaltung christlicher religiöser Stätten in Berg-Karabach.

Die Kommission war auch besorgt über die Regulierung religiöser Praktiken in Aserbaidschan, einem Land mit schiitischer muslimischer Mehrheit, das jedoch weitgehend säkular und mit eiserner Faust von Präsident Ilham Aliev regiert wird.

Das Außenministerium folgte jedoch nicht der Empfehlung der Kommission, Indien auf die schwarze Liste zu setzen.

Sie war besorgt über die zunehmenden Angriffe auf religiöse Minderheiten, insbesondere Muslime und Christen, im bevölkerungsreichsten Land der Welt.

Indien wies die Anschuldigungen zurück und nur wenige erwarteten, dass das Außenministerium der Empfehlung der Kommission folgen würde. Washington versucht seit mehreren Jahren, engere Beziehungen zu Neu-Delhi aufzubauen, insbesondere um den wachsenden Einfluss Chinas zu bekämpfen.

Die Länder auf der schwarzen Liste sind China, Kuba, Eritrea, Iran, Burma, Nicaragua, Nordkorea, Pakistan, Russland, Saudi-Arabien, Tadschikistan und Turkmenistan.

Auf der Beobachtungsliste stehen neben Aserbaidschan auch Algerien, die Zentralafrikanische Republik, die Komoren und Vietnam.

Leitartikel (mit AFP) 

Bildquelle: Shutterstock / Mato Z (Dadiwank-Kloster in Berg-Karabach)

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